Dominium Terrae [Science Fiction]

Posted by Marco on 19. Dezember 2013as , , , , ,

Dominium Terrae

Wir hatten uns die Welt untertan gemacht. Die Menschheit hatte befolgt, was ihr vor Jahrtausenden vom Schöpfer in seiner Schrift befohlen worden war. Wir beuteten die Rohstoffe aus, hatten die Tiere ausgerottet und uns selbst versklavt. Reiche Minderheiten beherrschten die hart arbeitende, große Mehrheit. Hunger und Armut hatten sich breit gemacht und bedrohten schließlich unsere Existenz. Der durch den Klimawandel steigende Meeresspiegel, die Wasserverknappung und das unaufhaltsame Vordringen der Wüsten nahmen uns nach und nach die Lebensräume. Aber wir lernten nicht daraus. Kriege waren die Folge. Die Völker metzelten sich nieder und zerstörten in ihrer blinden Wut die letzten Reste der Zivilisation. Atombomben verseuchten den Planeten für Jahrtausende und brachten schreckliche Mutationen hervor.
Für ein Umdenken schien es bereits zu spät. Bald jeglicher Energieversorgung beraubt, wurden Ideen gesponnen, die Menschheit vor ihrem Untergang zu bewahren.
Sonnenzapfung hieß das magische Zauberwort. Die beinahe unendlichen Energiereserven unseres Muttergestirns sollten uns helfen, die Fehler der Vergangenheit nicht noch weiter ausufern zu lassen. Die begabtesten Wissenschaftler taten sich zusammen, forschten gemeinsam an diesem Projekt. Die schickten Raumschiffe ins All. Sie wollten die Energie der Sonne bündeln und diese gezielt zur Erde schicken. Es war der lang ersehnte Hoffnungsschimmer am Horizont. Doch irgendwas ging schief. Das Experiment schlug fehl und löste das schrecklichste Szenario aus, das man sich nur vorstellen konnte.
Die Sonne begann sich aufzublähen. Sie wurde größer und größer. Von Woche zu Woche wurde es heißer auf der Erde. Am Tag konnte sich niemand mehr vor die Tür wagen. Die Strahlung war zu gefährlich, zu intensiv.
Erst ein halbes Jahr nach dem Fehlschlag wurde die Öffentlichkeit informiert. Es sollten nur noch wenige Monate bis zum jüngsten Tag vergehen. Das Armageddon stand uns kurz bevor. Die Sonne, der Lebensspender, sollte zur Supernova werden und alles in ihrem System verbrennen.
Panik und Anarchie waren die Folge. Die Menschen waren nicht mehr zu kontrollieren. Doch das war den wenigen funktionierenden Regierung egal geworden. Sie trafen bereits Vorbereitungen, um einen kleinen Teil der Bevölkerung zu evakuieren. In der Heimlichkeit unterirdischer Fertigungsanlagen wurden zwölf große Raumschiffe gebaut. Diese Archen sollten jeweils eintausend Menschen Zuflucht geben. Kurz vor ihrem Start ins All wurden die wichtigsten Personen für einen Fortbestand einer neuen Zivilisation eingeweiht und an Bord gebracht. Politiker, Wissenschaftler, Lehrer, Agarexperten, junge und gesunde Menschen, die mit ihren Genen eine neue Erde bevölkern sollten.
Alle anderen wurden erst dann auf den Exodus aufmerksam, als sich die Schiffe gen Himmel erhoben. Sie wurden ihrem eigenen Schicksal überlassen.
Doch wo lag das Ziel? Wo war die neue Heimat? Wo sollte das Paradies entstehen, von dem nun alle sprachen?
Die Neugierde des Menschen ihn schon vor Jahrzehnten dazu veranlasst, nach bewohnbaren Welten zu forschen. Eine von ihnen lag zehn Lichtjahre entfernt. Eine aberwitzige Entfernung, für die es mehr als dreißig Jahre zur Überwindung brauchte. Doch der Gedanke an bessere, an schönere Zeiten hielt die Hoffnung und die Moral aufrecht. Alle arbeiteten gemeinsam auf das Ziel hin, auf der zweiten Erde an der Zukunft arbeiten zu können.
Eines Tages war eben dieses Ziel zum greifen nah. Die Archen schwenkten in den Orbit von Terra beta ein, einer großen, grünen Welt, reich an Natur, an Wildnis. Sie wirkte so unschuldig, so rein und paradiesisch.

( bisher unvollendet)

(c) 2012, Marco Wittler

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